Access Hub
Teilen, Mieten, Leihen - Zirkulärer Zugang zu Alltagsgegenständen für DortmundAccess Hubs ist ein von der EU finanziertes Projekt, das darauf abzielt, Miet- und Leih-Dienste in ganz Europa auszuweiten und zu verbessern. Das Projekt unterstützt Städte, Sozialunternehmen und kleine Unternehmen aktiv bei der Entwicklung von zugangsbasierten Diensten, die die Nutzung ohne Eigentum ermöglichen. Das Projekt zielt darauf ab den Menschen das Finden nutzungsbasierter Dienste zu erleichtern, indem neue Plattformen geschaffen werden, die alle lokalen Miet- und Sharing-Optionen an einem Ort bündeln und sichtbar machen.
Projektziele
- KMU, Nichtregierungsorganisationen und Sozialunternehmen beim Ausbau von auf Zugang basierenden Angebote zu unterstützen
- Das Bewusstsein der Bürger*innen für die Zugangswirtschaft durch Veranstaltungen, Online-Plattformen und lokales Branding zu stärken
- Kommunen dabei zu helfen, die erforderlichen governancebezogenen Rahmenbedingungen und Vorschriften zu gestalten, um die lokalen Zugangsökosysteme auszubauen
Projektzeitraum
Das Projekt startete im Januar 2026 und läuft bis Juni 2029.
Über das Projekt
Viele europäische Städte verfügen bereits über fortschrittliche Strategien für die Kreislaufwirtschaft. Diese konzentrieren sich jedoch häufig auf Lösungen am Ende des Produktlebenszyklus - etwa auf das Recycling von Altprodukten. Gleichzeitig kaufen die Bürger*innen weiterhin große Mengen an Gegenständen, die nur selten genutzt werden. So wird eine Bohrmaschine beispielsweise während ihrer gesamten Lebensdauer durchschnittlich nur etwa zehn Minuten verwendet.
Hier setzt Access Hubs an: Das Projekt unterstützt Kommunen und lokale Wirtschaftsakteure dabei sogenannten, lokale „Zugangsökosysteme“ aufzubauen. Ziel ist es, die Nutzung bereits vorhandener Güter zu erhöhen, Abfälle zu reduzieren und Zugangsdienste für die Bürger*innen attraktiver, sichtbarer und einfacher nutzbar zu machen.
Das Projekt wird durch Interreg Nordwesteuropa (NWE) finanziert und bringt 12 Partner aus 6 Ländern zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Mieten und Teilen als sichtbare, gut organisierten und skalierbare Alternative zum Kauf und Besitz zu etablieren. Beteiligt sind die Städte Amsterdam (NL), Den Haag (NL), Gent (BE), Dortmund (DE), Béthune (FR) und Valenciennes (FR) sowie Sozialunternehmen, Innovationsakteure und Expert*innen der Kreislaufwirtschaft wie We Right-click, The Rediscovery Centre, Made., IESEG School of Management und Universität Luxemburg. Koordiniert wird das Projekt vom Secondhand- und Reparaturgeschäft Kringwinkel Antwerpen.
„Bei Access Hubs geht es darum, zugangsbasierten Konsum nahtlos in den Alltag zu integrieren – für Bürger, für Städte und für lokale Unternehmen. Indem wir Zugangsdienste sichtbarer und benutzerfreundlicher machen, können wir unnötige Käufe reduzieren, Abfall vermeiden und kreislaufwirtschaftliche Entscheidungen einfacher und erschwinglicher machen.“
– Laura Lambrecht, Projektleiterin
Zugangsdienste leichter finden und nutzen
Eine der größten Herausforderung besteht derzeit darin, dass viele Zugangsangebote zu wenig sichtbar und über die Städte verstreut sind. Dadurch ist es schwierig für Bürger*innen passende Angebote zu finden und zu nutzen.
„Access Hubs“ begegnet diesem Problem mit der Erprobung von sieben lokale Zugangsplattformen, wie Apps oder Webanwendungen, in den Partnerstädten und -ländern. Diese Plattformen sollen als zentrale Aggregatoren für Zugangsdienste fungieren, vergleichbar mit einem „Google Maps für Konsumgüter“. Nutzer*innen können Angebote anhand praktischer Kriterien wie Preis, Qualität, Öffnungszeiten und Entfernung schnell vergleichen. Durch die Bündelung von Informationen an einem Ort sollen die Plattformen die Nachfrage nach Zugangsdiensten erleichtern und die Entscheidung für Teilen, Mieten oder Leasen anstelle des Neukaufs vereinfachen.
Unterstützung von KMU bei der Einführung neuer Geschäftsmodelle
Um das Angebot an Zugangsdiensten zu erweitern, entwickelt Access Hubs ein Accelerator-Programm für lokale kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Gemeinsam mit Kommunen und dem Rediscovery Centre werden Unternehmen wie Küchenfachgeschäfte, Sporthändler und Haushaltsgeräteanbieter ausgewählt und gezielt geschult. Ziel ist es, ergänzend zu klassischen Verkaufsmodellen auch Miet-, Leasing- oder abonnementbasierte "Product-as-a-service"-Geschäftsmodelle einzuführen.
Zusätzlich können ausgewählte Unternehmen finanzielle Unterstützung erhalten, um diese neuen Geschäftsmodelle in der Praxis zu testen und einzuführen.
Bis zum Ende des Projekts sollen in der gesamten NWE-Region mindestens 30 neuen Zugangsdiensten eingeführt werden.
„Dieses Projekt ist ein praktischer Meilenstein: Es unterstützt sowohl den öffentlichen als auch den privaten Sektor der Zugangswirtschaft gleichzeitig. Genau diese Kombination ist unerlässlich, damit sich Zugangsdienste dauerhaft etablieren und über die Projektlaufzeit hinaus nachhaltig sind.“
– Sami Angsthelm, Teamleiter Kreislauf- und Sharing-Economy bei Bax
Wirkungsmessung und langfristige Unterstützung für Kommunen
Um das Ziel zu erreichen, Mieten und Teilen genauso einfach wie Kaufen zu machen, entwickelt Access Hubs eine spezielle Methodik zur Wirkungsmessung. Damit sollen die lokalen Ergebnisse der Zugangswirtschaft erfasst werden, beispielweise einzelne Indikatoren wie vermiedene Käufe sowie ökologische und sozioökonomische Effekte.
Parallel analysiert das Projekt Hindernisse und Verhaltensfaktoren, die die Akzeptanz solcher Angebote beeinflussen. Zudem wird die Rolle der Kommunen beim Aufbau und der langfristigen Unterstützung lokaler Zugangsökosysteme untersucht. Dazu gehören auch Governance-Ansätze, die den Fortbestand der Angebote über die Projektförderung hinaus sichern.
Ein transnationaler Ansatz ist entscheidend, um eine gemeinsame Vision und einen gemeinsamen Rahmen zu entwickeln, Methoden zur Wirkungsmessung aufeinander abzustimmen und Behörden eine praktische Methodik an die Hand zu geben, mit der sie lokale Wirtschaftsakteure in ihren Regionen unterstützen können.
Mit diesem Ansatz möchte Access Hubs, das erste EU-Projekt zu sein, das sowohl öffentliche Institutionen als auch Unternehmen systematisch dabei unterstützt, zugangsbasierten Konsum in großem Maßstab erfolgreich umzusetzen.
Anzahl und Herkunft der Partner
Das Projektkonsortium besteht aus 12 Partnern aus 6 Ländern:
- The Kringwinkel Antwerp (Lead Partner) (Belgien)
- Stadt Amsterdam (Niederlande)
- Stadt Ghent (Belgien)
- Gemeinde Den Haag (Niederlande)
- Gemeindeverband Béthune-Bruay Artois Lys Romane (Frankreich)
- Gemeindeverband Valenciennes Metropolis (Frankreich)
- Stadt Dortmund - Wirtschaftsförderung Dortmund (Deutschland)
- IESEG School of Management (Frankreich)
- Universität Luxembourg (Luxemburg)
- Made by Rombit (Belgien)
- Rediscovery Centre (Irland)
- We Right Click (Frankreich)
Ihre Ansprechpartner*innen
N.N.
Projektmanagerin Access Hubs
Förderung
Das Projekt wird von der EU im Rahmen von Interreg North West Europe finanziert.
Der Gesamtbetrag der von der Europäischen Union für dieses Projekt bereitgestellten Mittel beläuft sich auf 2.987.641,42 €. Das Gesamtbudget des Projekts beträgt 4.979.402,40 €, wobei die zusätzlichen 1.991.760,98 € durch Kofinanzierung der Projektpartner bereitgestellt werden.